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Erfahren- Begreifen- Handeln:
Sozialpraktikum im Religionsunterricht

Nächstenliebe als Schulfach?
Unterricht auf neuen Wegen

Toleranz und Nächstenliebe, Solidarität kennen lernen und sich bemühen, danach zu handeln, Aufgaben innerhalb von Familie und Gesellschaft übernehmen, das alles sind Ziele, die der Bildungsplan für den Religions- und Ethikunterricht der Klasse 8 vorsieht- aber, wie schafft man das? Wie lassen sich solche Vorgaben umsetzen ohne in salbungsvollen Worten oder unerreichbaren Vorbildern stecken zu bleiben? Dazu haben wir uns einige Gedanken gemacht und möchten neue Wege ausprobieren.

Ziele

Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse befinden sich in einer Umbruchsituation, sind auf der Suche nach ihrer eigenen Persönlichkeit, fragen nach dem Sinn ihres Lernens und Tuns. Im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts wollen wir dieser Situation und den guten Vorgaben des Bildungsplans Rechnung tragen und den SchülerInnen in Form eines Sozialpraktikums die Möglichkeit bieten, in sozialen Bereichen, insbesondere zu Nächstenliebe und Hilfe für den anderen, eigene praktische Erfahrungen zu sammeln. Dabei können sie ihre Stärken und Schwächen kennen lernen und im direkten Umgang mit anderen Menschen, Nächstenliebe praktizieren - auch im Hinblick auf die spätere Berufswahl.

Umsetzung:

Die SchülerInnen besuchen im Rahmen ihrer Schulpflicht an einem Nachmittag der Woche für ca.3 Stunden eine soziale Einrichtung( Behinderteneinrichtung, Altenpflege, Nachbarschaftshilfe, Einrichtungen für Kinder, Jugendwerk...) und werden von den dort arbeitenden Fachkräften in den Arbeitsbereich eingebunden. Nach einer kurzen Einführung sollten sie eigene Aufgaben und Pflichten übernehmen und in die Verantwortung genommen werden. Das bedeutet für die betreuende Einrichtung zwar einerseits eine Zusatzbelastung, kann aber auch zur Entlastung beitragen, wenn die SchülerInnen fest in die Arbeit eingebunden werden. Für die SchülerInnen bedeutet dieser Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen eine Lebenserfahrung, aus der grauen Schultheorie wird Ernst, sie können sich nicht bequem zurücklehnen, sondern lernen Verantwortung für den Nächsten zu übernehmen.

Folgende Einrichtungen konnten für das Projekt gewonnen werden:
  • Leonberger Tafel
  • Evang. Jugendwerk
  • Evang. Johanneskirchengemeinde: Jungschar Mädchen
  • CVJM: Jungschar Jungs, Jungscharsport
  • Ev.-methodist. Kirche: Jungschar Mädchen/ Jungs
  • Evang, Thomaskirche: Jungschar Mädchen/ Jungs
  • Kath. Junge Gemeinde : Kindergruppe
  • Begegnungsstätte Widdumhof: Bunter Nachmittag mit Senioren
  • Altenpflegeheim Widdumhof: Betreuung pflegebedürftiger Menschen
  • Kindergarten: Osterwiesen, Robert-Bosch, Goethe, Scheibbser, Silcher, Heuweg
  • Hausaufgaben-Hilfe
  • Werkstatt für Behinderte

Begleitung der Schülerinnen:
Die Schülerinnen werden im Praktikum von der betreuenden Lehrkraft besucht. Eine Einführungs-, Zwischen- und Schlussveranstaltung bündelt die Fragen und Ergebnisse.

Da das Projekt als schulische Veranstaltung läuft, sind die SchülerInnen zu regelmäßiger Anwesenheit verpflichtet. Sie werden von Seiten der Schule betreut (Aufarbeitung der Inhalte in der Schule, Besuche durch betreuende LehrerInnen) und versichert. Sie leisten ca. 27 Religions- bzw. Ethikstunden in einer Einrichtung ab, d.h. jeder Schüler bleibt 9 Nachmittage.

Die Schülerinnen und Schüler schreiben im Anschluss an das Sozialpraktikum einen ausführlichen Erfahrungsbericht, in dem sie die besuchte Einrichtung, die eigene Arbeit und den Aspekt der Nächstenliebe darstellen. Neben einer kurzen Beurteilung durch diese Einrichtung dient dieser Bereich als Basis für die Jahresnote im Fach Religion bzw. Ethik.